FANDOM


Wenn ich mich vorstellen darf... Ich heiße Heinz Buchemann, bin 31 Jahre alt und habe meinen Dienst im Heer angetreten. Ich kam in der 14. Infanterie Division der Wehrmacht unter, mit der ich in der Sonne durch Stein und Sand marschiere. Krieg ist etwas, das sich kein Mensch wünscht. Ich erzähle hier von meinen Erlebnissen an der Front, um unseren Nachfahren nahe zu bringen, dass Krieg niemals eine Lösung sein wird. Wir Soldaten sind nur der schwarze Haufen, der für unsere Vorgesetzten und Befehlshaber alles machen muss, was befohlen wird. Auch wenn wir unser Leben für das Vaterland einsetzen müssen. In den nächsten Tagen werde ich alle Erlebnisse und Situationen hier festhalten. Das Tagebuch ist mein ständiger Begleiter...

9. August, 1943:

Wir werden im Osten eingesetzt. Die Tage hier sind einfach nur schlimm. Wir ruhen in einem Dorf -den Namen weiß ich nicht, da nur noch einzelne Häuser von den vergangenen Gefechten überstanden haben. Momentan scheint noch alles ruhig zu sein... Noch... Die russischen Bewohner sind schon über alle Berge des großflächigen Russlands. Wir vertreiben uns die Zeit mit Schlaf, Kartenspielen oder mit dem Überprüfen unserer Ausrüstung. Jederzeit kann die Rote Armee zurückschlagen. Nun warte ich mit meinen Kameraden auf die Befehle unseres Offiziers. Wie es jetzt weiter geht, weiß keiner von uns....

10. August, 1943:

Seit gestern ist nichts passiert, die Sonne lacht uns in die Gesichter und alles scheint so friedlich. Momentan haben wir eine kleine Pause vom Abbauen unseres Lagers, denn schon bald zieht unsere Divsion weiter Richtung Osten. Aus Gesprächen unseres Offiziers konnte ich erfahren, dass es in die Richtung Uralsk geht und dort der Russe auf uns warten würde. Die letzen Nächte waren, so glaube ich, nur die Ruhe vor dem Sturm.

10. August, 1943:

Für heute schreibe ich wohl ein letztes Mal. Gerade gerieten wir in einen Hinterhalt von Partisanen. Wir hatten den Feind zerschlagen, jedoch gab es auch Verletzte auf deutscher Seite. Doch wir ziehen weiter bis in die frühen Morgenstunden.

11. August, 1943:

Es ist momentan 5.42 am Morgen. Wir schleichen durch einen dunklen, großen Wald. Der Geruch des morschen Holz der abgestorbenen Bäume bleibt in der Nase. Es ist einfach nur schrecklich. Wir können fast nichts erkennen und haben nur ein sehr kleines Feuer in einer Mulde des Waldes, da wir unentdeckt bleiben müssen. Wir stehen vor Uralsk, dort wo der Feind auf uns wartet. Wir flankieren diese Stadt, damit der Feind abgelenkt ist und unsere vorrückenden Panzerdivisionen des Heeres Stellung beziehen können. Doch wir warten auf weitere Befehle. Momentan liege ich mit meinem Kameraden Karl in einer Senke des Waldes. Die ganze Zeit hören wir irgendwelche Geräusche. Sie sind plötzlich da und so schnell wie diese kamen, sind sie auch wieder weg. Das Herz pocht und der Atem wird immer hektischer. Ich versuche mir einzureden, dass es kleine Tiere sind, die im Walde herumlungern. Dann kommt ein weiterer Befehl zum leisen Vormarsch quer durch den Wald. Ich werde schreiben, wenn ich die Zeit dazu habe.

11. August, 1943:

Ich weiß gar nicht, wie ich mit diesen zitternden Händen überhaupt noch schreiben kann. Der Vormarsch ins Ungewisse, durch den Wald, war einfach nur das grauenhafteste, was ich je erlebt habe. Wir gingen mit vorsichtigen Schritten durch die hölzerne Landschaft. Immer noch stockfinster schlichen wir uns immer näher ran. Ich wusste, dass mich etwas schreckliches erwarten würde... Mit hektischen Blicken versuchten meine Kameraden und ich alles im Blick zu haben. Doch bei der Dunkelheit war es nur ein Zeichen der Nervosität, da wir ja eh nichts erkennen konnten. Plötzlich änderte sich der Geruch... Der Geruch kam mir bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht zu ordnen. Ich stapfte zwischen den Bäumen hindurch... Dann passierte etwas, was sich kein Mensch wünscht, zu sehen. Ich lief geduckt und streckte meinen Kopf hoch. Aufeinmal berührte mich etwas am Helm und an den Schultern. Ich erschrack sofort, schlug um mich. Meine Kameraden rannten zu mir, um mir zu helfen... Bis wir merkten, dass wir auf eine tote Frau einschlugen. Eine Frau, die am Strick hing und schon sehr verwest war. Mir kamen vor Schock die Tränen. Diese Frau war wahrscheinlich eine junge Ukrainerin, die sich gefreut hatte, über die Befreiung vom Bolschewismus. Prorussische Gruppen hängten diese Frau und ließen sie im Wald hängen.

11. August, 1943:

Nun werde ich wahrscheinlich zum letzten Mal schreiben... Die Russen haben uns eingekesselt und die Chance zu entkommen ist sehr gering. Im Kampfe wird unsere Division vielleicht glücklich siegen und das eigene Leben schützen oder tapfer zu fallen, um nicht in die Hände der Roten Armee zu gelangen.

Nach diesen Tagen wurden viele Männer der Division vermisst, darunter auch Heinz Buchemann. Er kehrte nicht zurück, hinterließ aber dieses Tagebuch, das man einige Tage später auf dem Schlachtfeld fand.

Die Geschichte ist frei erfunden und ist so in Wirklichkeit nicht passiert.-

Ad blocker interference detected!


Wikia is a free-to-use site that makes money from advertising. We have a modified experience for viewers using ad blockers

Wikia is not accessible if you’ve made further modifications. Remove the custom ad blocker rule(s) and the page will load as expected.